Brodelndes Barcelona

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Brodelndes Barcelona

Von Journal21, 22.10.2017

Fast eine halbe Million Menschen haben am Samstag in Barcelona für ein unabhängiges Katalonien demonstriert.

Auf Transparenten der Separatisten hiess es: „Helft Katalonien“, und „Demokratie, Friede und Liebe für Katalonien, Europa und Spanien“.

Zuvor hatte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy die katalanische Regionalregierung abgesetzt und die Befugnisse des katalanischen Parlaments beschränkt. Damit gilt der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont als abgesetzt. Die Separatisten sprechen von einem „Staatsstreich“. Sie verlangen auch die sofortige Freilassung festgesetzter Separatistenführer.

Madrid will nun Neuwahlen in Katalonien ansetzen. Carles Puigdemont darf dabei nicht kandidieren. Er sprach am Samstag am Fernsehen von einem „Angriff auf die Demokratie“, erklärte aber nicht, wie er sich weiter verhalten wird. Radikale Separatisten drohen mit Aufständen.

Spaniens Senat, die zweite Kammer, muss der Entmachtung der Separatisten noch zustimmen. Laut einer Umfrage des Instituts Gesop sprechen sich 68 Prozent der Katalanen gegen die Unabhängigkeit ihrer Region aus.

(J21/AP/El Pais)

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Eine erneute Wahl dürfte der letzte Weg sein um wieder in den politischen Diskurs zu kommen. Die Regierung der Katalanen hat zuletzt so getan, als würde man im Namen aller Bürger sprechen. Das ist in diesem Fall nicht so und das wissen auch alle. Solch eine Regierung hat sich eigentlich bereits disqualifiziert.
Wenn die Katalanen diesen Kurs weiterfahren wollen, haben sie nun die Chance, in einer der Verfassung entsprechenden Wahl dafür zu stimmen.
Sollte es so kommen, muss Madrid dann aber auch die Blockade aufgeben und ernsthaft über mehr Selbstbestimmung verhandeln.

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