Damals am 7. Oktober

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Damals am 7. Oktober

Von Journal21, 07.10.2020

Geburt von Marie Heim-Vögtlin - Tod von Edgar Allan Poe - Verbot des Absinths - Der Deux Chevaux kommt - Geburt von Putin - Beginn des Afghanistan-Krieges - Ermordung von Anna Politkowskaja

Herausgegriffen

7. Oktober 1910: In der Schweiz tritt das Verbot der „Grünen Fee“, des vor allem im Neuenburger Val-de-Travers hergestellten Absinthe, in Kraft. In einer Volksabstimmung hatten sich am 5. Juli 1908 63,5 Prozent der Stimmberechtigten für ein Verbot ausgesprochen, das in der Verfassung festgeschrieben wurde. Am 1. März 2005 wurde das Verbot aufgehoben.
7. Oktober 1910: In der Schweiz tritt das Verbot der „Grünen Fee“, des vor allem im Neuenburger Val-de-Travers hergestellten Absinthe, in Kraft. In einer Volksabstimmung hatten sich am 5. Juli 1908 63,5 Prozent der Stimmberechtigten für ein Verbot ausgesprochen, das in der Verfassung festgeschrieben wurde. Am 1. März 2005 wurde das Verbot aufgehoben.

Es geschah an einem 7. Oktober

1769: James Cook landet auf Neuseeland. Die Insel wird britisch.

1794: Geburt von Johann Ludwig Wilhelm Müller, deutscher Dichter von Volksliedern (u. a. „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Der Lindenbaum“, „Die schöne Müllerin“, „Winterreise“).

1845: Geburt von Marie-Heim Vögtlin

Sie ist die erste Schweizer Ärztin. Ihr Wunsch, an der Universität Zürich Medizin studieren zu können, wurde zunächst abgelehnt. Frauen durften nicht Medizin studieren. Nach Intervention ihres Vaters, eines Pfarrers, wird sie schliesslich zum Studium zugelassen. Später eröffnet sie eine Arztpraxis, die zunächst nur zögerlich besucht wird. Als erste Gynäkologin Europas gehört sie zu den Gründerinnen der Pflegerinnenschule („Pflegi“) in Zürich. Sie sympathisiert mit der Frauenbewegung und setzt sich vehement für das Frauenstimmrecht ein. Sie stirbt in Zürich am 7. November 1916 an Tuberkulose. Zu ihrem hundertsten Todestag veröffentlichte die Schweizer Post 2016 eine Briefmarke mit ihrem Bild. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)
Sie ist die erste Schweizer Ärztin. Ihr Wunsch, an der Universität Zürich Medizin studieren zu können, wurde zunächst abgelehnt. Frauen durften nicht Medizin studieren. Nach Intervention ihres Vaters, eines Pfarrers, wird sie schliesslich zum Studium zugelassen. Später eröffnet sie eine Arztpraxis, die zunächst nur zögerlich besucht wird. Als erste Gynäkologin Europas gehört sie zu den Gründerinnen der Pflegerinnenschule („Pflegi“) in Zürich. Sie sympathisiert mit der Frauenbewegung und setzt sich vehement für das Frauenstimmrecht ein. Sie stirbt in Zürich am 7. November 1916 an Tuberkulose. Zu ihrem hundertsten Todestag veröffentlichte die Schweizer Post 2016 eine Briefmarke mit ihrem Bild. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

1845: Geburt von Rudolph Bartelmann. Für eine rheumakranke Dame fertigt er als windgeschützte Sitzgelegenheit den ersten Strandkorb (1882) an. Beim Warnemünder Leuchtturm eröffnete er anschliessend die erste Strandkorbvermietung.

1849: Tod von Edgar Allan Poe, amerikanischer Schriftsteller. Er prägte die Kriminal- und Horrorliteratur. Poe gilt als „Virtuose des Grauens“. („Metzengerstein“ 1832, „Die Verabredung“ 1834, „Berenice“ 1835, „Morella“ 1835, „Ligeia“ 1838, „The Fall of the House of Usher“ 1839, „The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket“, „The Murders in the Rue Morgue“ 1841, „The Premature Burial“ 1944, „The Cask of Amontillado“, „The Tell-Tale Heart“, „The Black Cat“ 1843, „The Raven“ 1845). Da er bissige Literaturverrisse schrieb, wurde er von Verlegern gehasst und als Alkoholiker verteufelt. Er starb mit 40 Jahren. Seine Todesursache ist unbekannt. 

1885: Geburt von Niels Bohr, dänischer Physiker, Nobelpreisträger.

1900: Geburt von Heinrich Himmler, Kriegsverbrecher.

1910: In der Schweiz wird der Absinth verboten.

1919: Geburt von Annemarie Renger, deutsche Politikerin, SPD, erste Präsidentin des Deutschen Bundestages (1972–1976).

1931: Geburt von Desmond Tutu, südafrikanischer Friedensnobelpreisträger.

1933: In Paris wird die Air France gegründet.

1934: Geburt von Ulrike Meinhof, Journalistin, Mitglied der „Roten Armee Fraktion“ (RAF), spätere Terroristin. Sie wird am 9. Mai 1976 im Gefängnis Stammheim erhängt aufgefunden.

1935: Geburt von Thomas Michael Keneally, australischer Schriftsteller. Er schreibt 1982 die literarische Vorlage für den Film „Schindlers Liste“ (1993).

1936: In Lausanne wird Charles Dutoit geboren. 1967 wird er Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters (bis 1973). Von 1967 bis 1970 ist er auch Dirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich. 25 Jahre lang ist er Musikdirektor des Symphonieorchesters Montreal. Seit 2009 ist er Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Royal Philharmonic Orchestra in London.

1938: Tausende Jugendliche demonstrieren in Wien gegen den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland.

1948: Präsentation des Deux Chevaux

Am Pariser Autosalon stellt der Autobauer Citroën den 2CV vor. In der Schweiz wird er „Döschwo“ und in Deutschland „Ente“ genannt. Erste Skizzen für das billige Auto wurden schon 1936 angefertigt (Bild). Die Produktion verzögerte sich wegen des Krieges. Ingesamt wurden bis 1990 über 5 Millionen Deux Chevaux produziert. Zwar war es als Auto für die Bauern und Käufer gedacht, die wenig Geld hatten. Doch im Laufe der Jahre entwickelte sich deas Gefährt zu einem Kult-Vehikel. Es wurde zum Protestauto der jungen Generation gegen die Konsumgesellschaft. Pierre Boulanger, „der Vater des 2CV“, hatte den Bau eines Autos „für vier Personen und einen Sack Kartoffeln von 50 kg“ gefordert. Die Federung sollte „so gut sein, dass auch auf holpriger Strasse ein Korb Eier transportiert werden konnte - ohne dass ein Ei zerbricht“. (Foto: L'Histoire de Citroën) - Siehe: https://www.journal21.ch/sardinen-auf-reisen
Am Pariser Autosalon stellt der Autobauer Citroën den 2CV vor. In der Schweiz wird er „Döschwo“ und in Deutschland „Ente“ genannt. Erste Skizzen für das billige Auto wurden schon 1936 angefertigt (Bild). Die Produktion verzögerte sich wegen des Krieges. Ingesamt wurden bis 1990 über 5 Millionen Deux Chevaux produziert. Zwar war es als Auto für die Bauern und Käufer gedacht, die wenig Geld hatten. Doch im Laufe der Jahre entwickelte sich deas Gefährt zu einem Kult-Vehikel. Es wurde zum Protestauto der jungen Generation gegen die Konsumgesellschaft. Pierre Boulanger, „der Vater des 2CV“, hatte den Bau eines Autos „für vier Personen und einen Sack Kartoffeln von 50 kg“ gefordert. Die Federung sollte „so gut sein, dass auch auf holpriger Strasse ein Korb Eier transportiert werden konnte - ohne dass ein Ei zerbricht“. (Foto: L'Histoire de Citroën) - Siehe: https://www.journal21.ch/sardinen-auf-reisen

1949: In Ost-Berlin wird die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Bis 1989 wird in der DDR am 7. Oktober der „Tag der Republik“ als Nationalfeiertag begangen.

1952: Geburt in Leningrad von Wladimir Putin. Seit dem 7. Mai 2012 ist er Präsident der Russischen Föderation; dieses Amt hatte er bereits von 2000 bis 2008 inne. Von 1999 bis 2000 und erneut von Mai 2008 bis Mai 2012 war Putin Ministerpräsident Russlands. Zwischen 2008 und 2012 präsidierte er die Partei Einiges Russland. Vom 25. Juli 1998 bis August 1999 war er Direktor des Inlandgeheimdienstes der russischen Föderation. Präsident Jelzin war es, der am 9. August 1999 Putin zu seinem Nachfolger ernannte. Die Duma bestätigte ihn mit nur knapper Mehrheit.

1955: Geburt von Yo-Yo Ma, amerikanischer Cellist.

1963: Tod von Gustav Gründgens, Schauspieler.

1970: Die drei Astronauten der Apollo 13 besuchen die Schweiz und berichten am Fernsehen von ihrem Einsatz.

1985: Das Kreuzschiff Achille Lauro wird von der PLF, der Palästinensischen Befreiungsfront, gekapert.

1989: Die DDR feier ihr 40-jähriges Bestehen mit einer Ehrenparade. Es ist die letzte.

1996: In den USA geht Murdochs „Fox News Channel“ auf Sendung.

2001: Beginn des Krieges gegen die Taliban in Afghanistan.

2003: Arnold Schwarzenegger wird 38. Gouverneur von Kalifornien (bis 2011).

2005: Der Ägypter Mohammed el-Baradei erhält den Friedensnobelpreis.

2006: Tod von Anna Stepanowna Politkowskaja, russische Journalistin. Sie wird im Treppenhaus vor ihrer Wohnung erschossen. 2011 wird ein Tschetschene, Rustam Machmudow, als mutmasslicher Mörder festgenommen. Weitere Verhaftungen folgen. Der mutmassliche Drahtzieher Dmitri Pawljutschenko, ehemaliger Oberst der Kriminalpolizei, wird wegen Beihilfe zum Mord zu elf Jahren Straflager verurteilt. Noch ist unklar, wer die Auftraggeber des Mordes waren. (Foto: Keystone/AP/Fyodor Savintsev)

2010: Der peruanische Schriftsteller Mario Vargas LIosa gewinnt den Nobelpreis für Literatur.

2011: Der Friedensnobelpreis geht an drei Frauen: Leymah Gbowee, Ellen Johnson-Sirleaf und Tawakkul Karman. Sie erhalten den Preis für ihren gewaltlosen Kampf für Frauen- und Menschenrechte.

2012: In ganz Spanien gehen Zehntausende auf die Strasse. Sie protestieren gegen den harten Sparkurs der Regierung. Fast jeder vierte Spanier ist ohne Arbeit.

2012: Sieg von Hugo Chávez

Mit 54 Prozent der Stimmen gewinnt Chávez die Präsidentschaftswahlen. Er regiert das Land seit 14 Jahren. Er stirbt am 5. März 2013 an Krebs. (Foto: Keystone)
Mit 54 Prozent der Stimmen gewinnt Chávez die Präsidentschaftswahlen. Er regiert das Land seit 14 Jahren. Er stirbt am 5. März 2013 an Krebs. (Foto: Keystone)

2014: Der deutsche Schrifsteller Siegfried Lenz stirbt im Alter von 88 Jahren (u.a. „Das Feuerschiff“ 1960, „Deutschstunde“ 1968, „Heimatmuseum“ 1978, „Arnes Nachlass“ 1999).

2016: Der kolumbianische Präsident Juan Manuel dos Santos erhält den Friedensnobelpreis 2016. Wenige Tage zuvor hatte er mit Rodrigo „Timochenko“ Londoño, dem Chef der Farc-Guerilla, ein Friedensabkommen geschlossen. Dieses war kurz darauf in einer Volksabstimmung von den kolumbianischen Stimmberechtigen mit knapper Mehrheit abgelehnt worden.

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