Die Klimaerwärmung macht keine Pause

Christoph Zollinger's picture

Die Klimaerwärmung macht keine Pause

Von Christoph Zollinger, 10.08.2015

Die Folgen der Klimaerwärmung werden in erster Linie die nächsten Generationen zu spüren bekommen. Trotzdem: ein Aufruf zum Handeln!

„Keine Herausforderung stellt eine grössere Bedrohung für die Zukunft und künftige Generationen dar als der Klimawandel.“ Präsident Obama unternimmt mit seinem „Clean Power Plan“ einen neuen Anlauf, mit strikten Klimaschutzregeln im eigenen Land gegen den Klimawandel anzukämpfen. Natürlich sind die Republikaner dagegen. Nichts Neues im Westen?

Wer sich getroffen fühlt, ist gemeint

„Wir haben nur einen Planeten. Es gibt keinen Plan B“, sagte Obama ergänzend. Hauptziel des neuen Klimaschutzplans ist die Reduktion des CO2-Ausstosses der einheimischen Kohlekraftwerke. Die Auflagen sind so rigoros, dass gar keine neuen mehr gebaut werden können. Doch nun kommen auch verschärfte Regelungen für die bestehenden Kraftwerke dazu. Die Kohlelobby hat bereits angekündigt, gegen die EPA zu klagen.

Die EPA (United States Environment Protection Agency) ist die Umweltbehörde der USA. Statt seine neuen Vorstellungen via Parlament durchzusetzen, umgeht Obama dieses mit einem Trick. Das Treibhausgas CO2  wird als gefährlicher Luft-Schadstoff eingestuft und nach dem „Clean Power Plan“ kann Obama über diese Umweltbehörde Massnahmen erlassen zum Schutz der Bevölkerung – am Parlament vorbei.  An erster Stelle zielt er also auf die Kohlekraftwerke, die sich – wohl zu Recht – in der Existenz bedroht fühlen.

Zur Erinnerung: Kohlekraftwerke stehen zuoberst auf der Verursacherliste der Klimaerwärmung. An zweiter Stelle folgen Erdölkraftwerke, gefolgt von Gaskraftwerken. Erst an vierter Stelle finden wir den Verkehr, dann an fünfter die Massentierhaltung.

Zeichen setzen: „Yes, we can!“

Schon seit vielen Jahren fordern Wissenschaftler, die vom Klima wohl mehr verstehen als Abgeordnete in politischen Parlamenten oder gar eifrige Lobbyisten, mit Nachdruck den Ersatz der Kohlekraft durch klimaschonende Energieformen. Eine Neuordnung der Energiewirtschaft ist längst überfällig. Jene Menschen, die überall auf der Welt, die Sonnen- und Windenergie lächerlich machen oder ihnen gar jede Chance auf Erfolg absprechen, kommen immer mehr unter Druck. Umfragen lassen längst erkennen, dass die Klimaerwärmung immer grössere Kreise der Bevölkerung beunruhigt.

Skeptiker weisen darauf hin, dass Obama als grosser Ankündiger auftrete, wohl kalkulierend, dass er nur noch bis 2017 im Amt bleibe. Dennoch setzt er mit seinem mutigen Schritt ein wichtiges Zeichen: Im Dezember 2015 wird die Klimakonferenz in Paris stattfinden und die EU hat mit Obamas Initiative Verstärkung erhalten im Bemühen um einen wirksamen Klimavertrag, der den Namen auch verdient. (Zudem signalisiert endlich auch Chinas Präsident Xi Zustimmung zu konkreten Massnahmen).

„Yes, we can!“ Wahrlich, „die lahme Ente hebt ab“ (ZEIT) – zum Ende seiner Amtszeit gilt diese Devise weltweit – im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Klimaerwärmung: Pause, oder nicht?

Jene Kreise, die nach wie vor den menschlichen Einfluss auf die Klimaerwärmung abstreiten, hatten noch 2014 scheinbar Rückenwind. Während die globalen Temperaturen bis in die 1990er-Jahre markant angestiegen waren, wurde es seit 1998 auf der Erde im Mittel nur wenig wärmer. Diese Klimaskeptiker nutzten diese Situation, um die Gültigkeit der Klimamodelle in Frage zu stellen.

Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, wies schon vor einem Jahr auf die zwei wichtigsten Gründe für dieses Phänomen. Der eine liegt in den natürlichen Klimaschwankungen (El Niño und La Niña), der andere in den Schwankungen der Sonnenbestrahlung. Die Klimaerwärmung werde wohl bald weitergehen, prognostizierte der Wissenschaftler damals.

Aus der gleichen Quelle kommt jetzt die Mitteilung, dass diese Klimapause gar nie existiert habe. Eine Studie der amerikanischen Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) kommt in „Science“ zu diesem Schluss.

„Die fehlende Erwärmung, zu der es Dutzende von Studien und Begründungen gibt, sei demnach ein Artefakt, also ein methodisch bedingtes falsches Ergebnis“, zurückzuführen auf die Schwierigkeiten, die globale Temperatur exakt über die Zeit zu bestimmen. Wer sich für Details dieser Studien interessiert, sei auf die Internetseiten der ETH Zürich („Klimaerwärmung“) verwiesen.

Folgen des Klimawandels

Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik an der Uni Bern zählt zu den bekanntesten Klimawissenschaftlern der Welt. Er wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Klimawandel auch direkt mit dem Ressourcenproblem verbunden ist. Wasser und Land werden zunehmend gefährdet. Er ist der Meinung, dass sich der von Menschen verursachte Klimawandel zu einem gefährlichen Eingriff in das Erdsystem ausweiten könnte, da er die Ökosysteme bedroht, die Produktion und Verteilung von Nahrung einschränkt und die Entwicklung der Menschheit beeinträchtigt.

„Es ist eine gute Nachricht", sagte Stocker auf Schweizer Radio SRF zu Obamas Initiative. "Es ist einer der wichtigsten Punkte im Klimaschutz, diese alten, ineffizienten Kraftwerke zu reduzieren." Stocker, der auch Mitglied des UNO-Klimarats IPCC ist, wertet den US-Plan als ein gutes Zeichen für das neue internationale Klimaabkommen, das in Paris verabschiedet werden soll. Obamas Plan könnte viele andere Staaten motivieren, im Klimaschutz mitzuziehen.

"Ich bin optimistisch, dass ein griffigeres Abkommen möglich sein könnte", sagte er. Noch nie zuvor seien die politischen Entscheidungsträger so gut über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und die nötigen technischen Anforderungen informiert gewesen. Und noch nie habe es so konkrete Ankündigungen zur Emissionsreduktion gegeben wie etwa in Obamas Plan“ (swissinfo.ch).

Schwüle Hitze, heftiger Regen, schwindende Gletscher

Die Auswirkungen der Klimaerwärmung In unserem Land sind spürbar. In der NZZ am Sonntag (26.7.2015) kommt nochmals Reto Knutti zu Wort. „Der weltweite Trend zeigt, dass es immer mehr und intensivere Hitzewellen gibt. Vier von fünf heissen Tagen sind dem Klimawandel zuzuschreiben. Die intensiven Niederschläge haben an 92 Prozent aller Messstationen zugenommen.“

Auch dass unsere Gletscher schneller schmelzen denn je, ist längst überall bekannt. Das einst „ewige“ Eis schwindet zwei- bis dreimal schneller als im letzten Jahrhundert. Mit dem WGMS (World Glacier Monitoring Service) mit Sitz an der Uni Zürich besitzt die Schweiz eine internationale Forschungsstelle, die seit 120 Jahren relevante Daten zu Gletscherveränderungen. “Das Tempo, mit dem die Gletscher in aller Welt derzeit dahinschmelzen, ist beispiellos“, stellt Michael Zemp, der Direktor, fest.

Politik und Gesellschaft sind gefordert

Diese Feststellung ist weder neu, noch wird sie gross zur Kenntnis genommen. Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass die Regierungen dieser Welt die unbequemen, ja alarmierenden Erkenntnisse der Wissenschaft und des Weltklimarats ignorieren. Die Interessengegensätze in der Klimapolitik sind enorm. Die langfristigen Auswirkungen der Klimaerwärmung werden heute tätige Politiker, Lobbyisten, betroffene Wirtschaftsmanager, ja die Gesellschaft als Ganzes, nicht mehr erleben. Die Versuchung ist gross, mit den Schultern zu zucken.

In der Schweiz ist es nicht anders. Bundesrätin Leuthards neue Klimaziele stossen überall auf Kritik. Grüne und Umweltverbände sind enttäuscht, am anderen Ende der Skala bezeichnet die SVP diese als „jenseits von Gut und Böse, ja völlig unrealistisch“.

Zwar ist offensichtlich, dass ein gewisser Bewusstseinswandel in grossen Teilen der Bevölkerung stattfindet. Doch dann hat’s sich. Nur eine Minderheit hat tatsächlich Konsequenzen gezogen und gehandelt. Die Zulassungszahlen neuer SUVs, die neuen Rekorde in Energieverbrauch, Emissions- und Abfallmengen sprechen eine deutliche Sprache. Die notwendige, radikale Verhaltensveränderung in der Gesellschaft ist ebenso wenig sichtbar wie jene in der Politik.

Der Aufruf zum Handeln ist verbunden mit dem kleinen Funken Hoffnung – weniger auf ein Wunder, als auf die Lernfähigkeit zur Verhaltensveränderung, die ja im Menschen angelegt sein soll. 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Die Redaktion von Journal21.ch prüft alle Kommentare vor der Veröffentlichung. Ehrverletzende, rassistische oder anderweitig gegen geltendes Recht verstossende Äusserungen zu verbreiten, ist uns verboten. Da wir presserechtlich auch für Weblinks verantwortlich sind, löschen wir diese im Zweifelsfall. Unpubliziert bleiben ausserdem sämtliche Kommentare, die sich nicht konkret auf den Inhalt des entsprechenden Artikels oder eines bereits aufgeschalteten Leserkommentars beziehen. Im Interesse einer für die Leserschaft attraktiven, sachlichen und zivilisierten Diskussion lassen wir aggressive oder repetitive Statements nicht zu. Über Entscheide der Redaktion führen wir keine Korrespondenz.

Herr Zollinger zitiert ausschliesslich Wissenschafter, die bekannt sind dafür, die Klimaerwärmung in den schwärzesten Farben zu zeichnen und alle Gegenargumente als Leugnung zu diskreditieren. Hätte er auch andere Leute befragt, die mindestens genauso qualifiziert sind, aber nicht zur "Kirche" der Klimaalarmisten gehören, wäre er (hoffentlich) zu anderen Schlüssen gekommen.

Man bedenke:
- Die "Korrektur" der Temperaturkurve durch die NOAA mit dem Resultat, dass es nun doch wärmer geworden sei, ist sehr umstritten, um nicht zu sagen ein Lausbubenstreich. Weil das Resultat nicht passt, werden Messdaten aus der Vergangenheit kurzerhand "korrigiert".
- alle Katastrophenszenarien aus den 1990-er Jahren für die nächsten 20 Jahre haben sich als falsch herausgestellt
- eine Schweizer Musterknaben-Klimapolitik ist geradezu lächerlich wirkungslos, solange die grossen CO2-Produzenten ihren Ausstoss immer noch ausweiten
- Studien, wonach wärmeres Wetter automatisch mehr Extremereignisse hervorruft, sind längst widerlegt
- Warme Zeiten waren/sind für die Menschheit stets prosperierende Zeiten, kalte waren Krisenzeiten. Das weiss jeder Historiker.
- Der Verweis auf Kohle- und Öllobby fällt auf die Urheber zurück in Zeiten, in denen im Business mit der Angst vor dem Klimawandel gleichfalls Milliardensummen im Spiel sind.

Ich bin froh um jede Regierung, die auf die alarmistischen Prognosen nicht mit Hektik reagiert. Denn ehrlicherweise müssten sie eingestehen, immer noch viel zu wenig vom Klima zu verstehen, um solide Prognosen zu machen.

Ich empfehle den hervorragenden Blog www.diekaltesonne.de, um auch in einem heissen Sommer kühlen Kopf zu bewahren.

Diskussionen um die angeblich vom Menschen verursachte Klimaveränderung haben bereits religiösen Charakter; die einen glauben daran, die anderen nicht.

Fundiertes Wissen bringen die wenigsten Akteure mit in die Diskussion. Auch das Augenmass ist kaum gefragt. Sehen Sie, Herr Zollinger, ich fliege seit Jahrzehnten in bis zu etwa 16`000 Metern über Meer unseren Erdball ab. Ich düse regelmässig über alle Meere, alle Kontinente, ausser den Südpol. Die Welt ist riesig, das müssen Sie mir jetzt einfach glauben. Im Gegensatz zu meinen Passagieren schaue ich aus meinem Jumbo-Cockpit dauernd auf unsere Welt hinunter. Diese etwa 240 Grad Weitwinkel-Sicht ermöglicht es mir auch, zirka 400 Kilometer in die Ferne zu sehen. 400 Kliometer nach links, vorne, rechts (also je etwa vom Bodensee bis zum Genfersee). Dabei fliegen wir mit über tausend Stundenkilometern; trotzdem dauert es einen halben Tag, um den Pazifik oder Asien zu überqueren. Die Atmosphäre ist durchschnittlich etwa 10`000 Meter dick. Also riesig! Wissenschaftler mögen wohl vieles ausrechnen, aber so richtig vorstellen können sie sich diese Dimensionen nicht. Wie denn auch?

Herr Christoph Zollinger hat recht, wenn er sagt, dass Wissenschaftler mehr vom Klima verstehen, als Politiker. Er verschweigt gleichzeitig aber auch, dass die Wissenschaftler heute davon leben, Resultate zu liefern. Ab besten schlechte Resultate. Herr Professor Stocker von der Uni Bern profitiert davon an erster Stelle. Wissenschaftler, die Clean-Tech Lobby und die Politiker profitieren vom Geschäft mit der Angst.

Herr Zollinger verwechselt Wetter mit Klima. Drei heisse Sommer machen noch keine Klimaerwärmung. Sein Bericht erscheint mir über grosse Teile von grünlinken Flyers abgeschrieben. Dass Barack Obama die Kohlekraftwerke verbieten will, ist eine richtige Schlussfolgerung. Was aber falsch ist (und zwar wissenschaftlich bis ins Detail erwiesen), ist die Mär von CO2 als Klimakiller. CO2 kann das Klima gar nicht erwärmen. Es geht anders rum; weil es wärmer wird, produzieren die Weltmeere mehr CO2. Das ist völlig normal und wiederholt sich seit Millionen von Jahren. Das hat u.a. mit der Sonnenfleckenaktivität zu tun.

Das vom Menschen verursachte CO2 bewegt sich im kleinen einstelligen Prozentbereich. Auch dies lässt sich sehr einfach berechnen, wird aber nie in die Diskussion gebracht.
Dass Windkraftwerke in der Schweiz Unfug sind und dass Sonnenkollektoren höchstens für den Eigengebrauch Sinn machen, scheint auch keinen zu interessieren.

Die Gletscher haben sich in den letzten 12`000 Jahren zehnmal regelmässig vergrössert und verkleinert. Auch das ist wissenschaftlich erwiesen. Völlig normal.

Zu guter Letzt: Seit 1998 hat sich die globale Temperatur NICHT erhöht. Der Clean-Tech Lobby schwimmen die Felle davon. Dass sich Frau BR Leuthard von ihnen immer noch einlullen lässt, entbehrt jeder Logik.

Bevor Sie mich jetzt Klimaleugner schimpfen, mögen Sie sich wenigstens die Mühe machen, sich selber ausgewogen zu informieren, Herr Zollinger. Ich selber bin in keiner Partei, habe keine Strom-Aktien und argumentiere ohne Sachzwang.

Der Welt geht es sehr viel besser, als es uns die Umwelt-Akteure gebetsmühlenartig vortragen. Vergessen wir nicht; es geht um eine Religion.

Doch - Sie haben es/was geschnallt!
Ohne Ironie.
Besten Dank!

Dass die Beschleuniger dieser Klimaerwärmung Menschen sein könnten ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Allein, warum ist die ungebremste Zunahme dieser Täter tabu?

Herr Scholl, dies ist eine ketzerische Frage. Und eine gute dazu !

Würde die Katholische Kirche ihren Schäfchen Verhütungsmittel empfehlen, dann hätten wir schon einmal viele Geburten, aber auch viele AIDS Fälle weniger. Allerdings auch weniger Schäfchen, welche die Töpfe der Kirche füllen.

Hätte man ein Pensionskassen-System in asiatischen und Drittweltländern, dann wären die Eltern nicht mehr gezwungen, viele Kinder zu produzieren; Kinder, welche dereinst ihre Pension sichern werden.

Würden nicht so viele Menschen vom Land in die Ballungszentren abwandern, hätte man auch weniger soziale Probleme. Überbevölkerung gibt es ausschliesslich in Ballungszentren.
95% der Erdoberfläche sind unbewohnt. Oder anders gesagt; die gesamte Weltbevölkerung hätte auf der Hälfte Australiens Platz.

Würde man Afrika am weltweiten Handel teilnehmen lassen, würden auch weniger Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen. Die EU tut exakt das Gegenteil; und wundert sich.

Die Liste lässt sich beliebig verlängern.

Hätte man weltweit weniger Flugbewegungen, wären wir weniger lärmgeplagt und der Schadstoffausstoss wäre um Millionen von Tonnen geringer. Hätten wir weniger Billigflugangebote müssten sich die Menschen mehr Gedanken über die Mobilität machen (Die Mobilität ist viel zu billig). Könnten sich Menschen weniger durch Mobilität ablenken, müsste sie sich vermehrt Gedanken machen, wie sie sich anderweitig beschäftigen könnten. Würden sich Menschen anderweitig beschäftigen, würden sie auf sich selbst zurückgeworfen. Wären Menschen auf sich selbst zurückgeworfen, würden sie bewusster leben. Würden sie bewusster leben, ginge es der Welt besser. Die Liste lässt sich beliebig verlängern............

Ja, Herr Hofstetter. Sie haben recht. Und deswegen fliege ich nicht für einen Billigflieger.

Warum so „geschwätzig“?
Kann man/frau alles auf einer A4-Seite … - Ja, ja - Dölf Ogi lässt grüssen.

Ob Klimawandel oder Klimaerwärmung („früher“ gab es doch auch mal „Klimaabkühlung“ - ja?).

Das Klima/bzw. der Klimawandel (den niemand bestreitet) gibt es/gab es immer, wird es bis ans Ende der Welt geben lacht sich zu Tode.

Klimawandel gibt es seit zig-Millionen von Jahren, Menschen (die angeblich den Klimawandel verursachen) seit einigen Zehntausend.

Frage (auch und vor allem an den Autor): wer/was hat den Klimawandel verursacht, als es noch KEINE Menschen gab … ???

Der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoss?

Sicher nicht - es gab ja keine Menschen ...

Ja was denn?
Verursachungsfaktoren A, B, C, D, etc.
Ja. Ja - mal ganz „wertneutral“ ...

Und die Verursachungsfaktoren A, B, C, D, etc. spielen offenbar - in these trying times - keine Rolle mehr?!
Ja warum denn (nicht/mehr) ...???

Also lieber Herr Zollinger - denken Sie mal scharf nach, vergessen Sie den Herrn Stocker, und erinnern Sie sich an Kant: „Aufklärung ist ...“

Ja, ja - so einfach ist das.

Grüezi Herr Seelhofer -
Könnten Sie Ihre Adresse angeben, damit wir Ihnen die Rechnung für die Kosten des Klimawandels zustellen können?
Ganz und gar ungeschwätzig, sprachlos vor so viel Zynismus, grüsst Gabi Hildesheimer

Nochmals (es ist doch eine ganz einfach zu verstehende aber sehr entscheidende Frage):

Wer/was hat - welche Faktoren/ haben - den Klimawandel verursacht, als es noch KEINE Menschen gab … ???

Ich habe gewisse Vermutungen (Sonnenaktivitäten, Vulkanismus, etc.), weiss es aber nicht (genau)

Also Frau Hildesheimer - klären Sie mich auf ...
... und dann erklären Sie auch, warum diese Verursachungsfaktoren seit dem Auftauchen des Menschen nun plötzlich keine Rolle mehr spielen (sollen) ...

Klar, Herr Seelhofer, es sind die Heinzelmännchen, die für die Klimaerwärmung von 2 Grad in den letzten hundert Jahren verantwortlich sind. In einem haben sie recht: Ein Klimawandel hat auch ohne Zutun des Menschen stattgefunden (Eiszeit). Aber nun, Herr Seelhofer, haben wir eine ganz andere Welt. Eine Welt und vor allem Menschen, die Millionen von Tonnen Schadstoffe in die Atmosphäre und Stratosphäre schleudern. Wollen sie negieren, dass der Mensch mit seiner Lebensweise nicht daran beteiligt sein soll, eine gigantische Luftverschmutzung zu produzieren? Die Erhöhung der Meeresspiegel sind wohl eine Erfindung von einigen Wissenschaftlern? Die Abholzung der Regenwälder und mit ihr die Freisetzung von vorher gebundenem CO2 ist eine Einbildung von psychotischen Umweltschützern? Sie werden sich wundern, was die Klimaveränderung uns noch beschert: Flüchtlingsströme in einem Ausmass, dass das jetzige bei weitem übersteigt. Sie haben doch einen verpflichtenden Namen Herr Seelhofer: Geben sie ihrer Seele eine Chance.

Offenbar sind Sie nicht in der Lage, eine ganz einfach zu verstehende aber sehr entscheidende Frage zu beantworteten:

Wer/was hat - welche Faktoren/ haben - den Klimawandel verursacht, als es noch KEINE Menschen gab … ???

Und falls Sie die Antwort nicht kennen (ist ja keine Schande), dann einfach "ich weiss es nicht".

Was wollen sie, Herr Seelhofer, mit ihrer Frage beweisen? Es ist auch mir bekannt, dass Vulkanausbrüche, das Sonnensystem, ein anderer Verlauf des Golfstroms etc. massive Klimaveränderungen auf der Erde bewirken können. Gewisse Naturereignisse sind nicht vom Menschen gemacht und können von ihm vermutlich auch nicht beeinflusst werden. Wenn ich sie recht verstehe, sind sie der Meinung, dass die vom Menschen verursachte Klimaveränderung keine Rolle spielt, da die wirklich grossen Naturereignisse eh nicht aufzuhalten sind. Klar, in ein paar Millionen Jahren wird die Erde kein Sonnenlicht mehr haben. Eine fatalistische Haltung, wenn sie sich auf den Standpunkt stellen, nach mir die Sintflut. Oder finden sie die grassierende Mentalität Rette sich wer kann adäquat, um die Umweltprobleme zu lösen? Aber es ist immer das Gleiche: Wenn ein Mensch sein Verhalten ändern müsste, gefällt er sich in mannigfaltigen Ausreden. Wohl bekomm's.

Es gibt nichts zu „beweisen“ - Klimawandel (Plural) findet statt, seit Hunderten von Millionen von Jahren.

Es gibt (nur) zu fragen
Und ganz nebenbei: fragen, Neugierde waren schon immer der Antrieb des zivilisatorischen Fortschritts ...

Also:
Der Mensch, die Menschen, müssen/sollten sich an den sog. Klimawandel “anpassen”.
Ja? Klar?
Das wäre dann wirklich „Klimapolitik“.
Z.B. die Bauern im Süden Grönlands produzieren/können produzieren (dank der sog. „Klima-Erwärmung“ [ein sprachlicher Unsinn, die ex NZZ-Chef-Korrektoren drehen sich im Grab' um] - na sei's drum ...) vermehrt Gemüse, und das Gemüse, das die Menschen im Süden Grönlands verzehren möchten, muss dann nicht mehr aus Kopenhagen eingeflogen werden (weniger CO2-Ausstoss ...).

Und zig-Millionen von Menschen im Norden Europas und im Norden der ehemaligen UdSSR müssen weniger heizen (es wird ja „wärmer“ - kann ja auch gut sein bzw. ist gut, und zudem weniger CO2-Ausstoss), und es gibt zig-Tausende weniger sog. „Kältetodte“.

Also:
Eben nicht “Nach mir die Sintflut”.
Sondern nur eine einfache Frage:
Wer/was hat - welche Faktoren/haben - den Klimawandel verursacht, als es noch KEINE Menschen gab? Das sollte doch beantwortbar sein - ich weiss es nicht genau, bin mir nicht sicher. Aber es sollte doch sog. Wissenschafter und auch Laien (vermutlich Sie) geben, die das beantworten können/wollen ...

Sind diese Faktoren (ich hoffe, Sie kennen und benennen sie), seitdem es Menschen gibt, immer noch relevant?

Wenn nein - warum nicht?
Wenn ja - wie lautet die „Gewichtung“ gegenüber dem vom Menschen (auch via „Ausatmung“) und von Tieren/Nutztieren (auch via „Ausatmung“, plus etc.) verursachten CO2-Ausstoss?

Stichwort: Faktorenanalyse: https://de.wikipedia.org/wiki/Faktorenanalyse

Ich weiss es nicht - möglicherweise wissen Sie es ...

Wenn ja: lassen Sie es mich wissen ...

Wenn nein: Si tacuisses, philosophus mansisses (“Hättest Du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben”).

Der Gemüseanbau im Süden Grönlands ist das Eine. Das Andere ist die Eisschmelze und der Anstieg der Meeresspiegel und die daraus resultierenden Fluchtbewegungen der Menschen. Der Wasserhaushalt wird zu einem Problem. Bei uns durch die Gletscherschmelze. Andernorts weil alle Quellen versiegen. Die Erosion der Böden, Versteppung, Wüstenlandschaften, Abholzung der Regenwälder, meistens von Menschen gemacht, haben einen nachhaltigen Einfluss auf den Wasserhaushalt. Die nächsten grösseren Kriege könnten wegen Ressourcen, unter anderem Wasser, erfolgen. Die Plünderung der Erde, der massive Schwund der Artenvielfalt ist menschengemacht, Herr Seelhofer. Hier hat kein Asteroid nachgeholfen. Ihre richtige Beobachtung, dass es schon einen Klimawandel vor dem Menschen gegeben hat, hilft in keiner Weise, die heutige perverse Wirtschaftsordnung nur im Ansatz zu erschüttern und die Menschen zu einem Leben nicht gegen sondern mit der "Natur" anzuhalten.

SRF Archiv

Newsletter kostenlos abonnieren