Heil dir, mein Vaterland

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Heil dir, mein Vaterland

Von Max Winiger, 10.02.2014

Die Schweiz ist ein souveränes Land. Der Souverän ist bei uns die höchste politische Instanz. Der Abstimmungsentscheid über die Einwanderungsinitiative ist per se souverän. Wer nun dem Schweizer Volk vor den Folgen droht, hat nicht begriffen, worum es geht.

2012 lebten gemäss dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) 34,3 Millionen ausländische Staatsangehörige in den EU-Mitgliedstaaten. Dies entspricht einem Anteil von 6,8 Prozent der EU-Bevölkerung. 7,4 Millionen Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit lebten Ende 2012 in Deutschland. Das waren 9% der Gesamtbevölkerung. In Italien betrug der ausländische Bevölkerunganteil 4,8 Mio. Menschen respektive 8%, In Frankreich waren es 3,9 Millionen Ausländer oder 6% der Bevölkerung.

In der Schweiz lebten Ende 2012 laut Bundesamt für Statistik gut 8 Mio. Menschen. Davon waren 1,86 Mio. Menschen Ausländer. Das entspricht einem Anteil von 23,3%. Damit hat die Schweiz europaweit nach Luxemburg (44%) den zweithöchsten Ausländeranteil, zweieinhalb mal mehr als Deutschland und in absoluten Zahlen fast halb so viel wie das 65 Mio. Einwohnerland Frankreich. 

Die Schweiz hat sich nie abgeschottet

Die Bevölkerung in der Schweiz ist in den letzten Jahren nur noch aufgrund des Einwanderungssaldos durch Ausländer und des Wiederanstiegs des Geburtenüberschusses gewachsen. 2012 wanderten 51’200 mehr ausländische Personen in die Schweiz ein als aus. Und: Laut den aktuellen Statistiken des Eidgenössichen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatten wir in der Schweiz Ende 2011 über 260'000 Grenzgänger. Der Vollständigkeit halber sei noch ergänzt: Ebenfalls Ende 2011 lebten und arbeiteten 420'000 Schweizerinnen und Schweizer in der EU.

Soweit einige Fakten. Fakten, die darlegen, dass die Schweiz sich nicht gegenüber Ausländern abschottet, nie abgeschottet hat. Schon 1910 betrug der Ausländeranteil in der Schweiz 14,7%. 1983 betrug er rund 15% und stieg seither stetig an.

Nimmermüde deutsche Politiker

Die Europäische Union im Allgemeinen und die nimmermüden deutschen Politiker im Besonderen schiessen sich nun erneut auf die Schweiz ein, drohen mit Massnahmen. Sie tun dies vor dem Hintergrund, dass seit über 100 Jahren in der Schweiz prozentual mehr Ausländer leben als in den meisten aller EU-Länder. Die EU droht gleichzeitig ihrem drittgrössten Handelspartner. Denn die Schweiz importierte 2012 für 138 Mrd. Euro Waren aus der EU. Schweizer Unternehmen stellen im EU-Raum über 1,28 Mio. Arbeitsplätze.

Ich denke jedoch, dass das ziemlich primitiv anmutende Säbelrasseln europäischer Politiker in erster Linie gar nicht an die Adresse der Schweiz gerichtet ist. Es geht wohl vielmehr darum, aufkommende Sympathiegedanken mit dem Schweizer Entscheid in anderen europäischen Ländern im Keime zu ersticken. Denn in der EU ist nicht das Volk der Souverän, sondern das Parlament. Das Volk hat zu schweigen und Steuern zu bezahlen. Aus demselben Grund wird nun wohl auf dem Podium aus allen Rohren auf unser Land geschossen. Aber hinter geschlossenen Türen wird die EU sich hüten, ihren drittwichtigsten Handelspartner dermassen rüde zu behandeln.

Arrogantes Auftreten der EU

Die Schweiz hat ihren Erfolg, ihre Stabilität und ihre nachhaltig prosperierende Wirtschaft nicht in den letzten fünf Jahren seit Einführung der Personenfreizügigkeit geschaffen. Genau so wenig haben die Länder der Europäischen Union in den letzten fünf Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise ihr Fundament verloren. Vielmehr war dieses schon früher brüchig, wurde falsch angelegt, wurden Prioriäten offensichtlich nicht richtig definiert, muss heute die Zeche dafür bezahlt werden. Dass heute alles getan wird, um Steuersünder an die kurze Leine zu legen und Anreize, Geld illegal zu horten, ausgemerzt werden, das ist verständlich und richtig. Die Schweiz darf zu solchen Handlungen nicht Hand bieten. Das übernehmen nun Banken in anderen Ländern, vermutlich auch in Ländern der EU. Aber das geht uns nichts an. Und darauf soll unsere Prosperität auch nicht basieren. Unser Erfolg basiert auf unserer Innovativität, unserer Zuverlässigkeit, Qualität und unserer Arbeit. Nicht auf Schwarzgeld.

Der Abstimmungsentscheid ist auch eine Quittung an die EU für ihr arrogantes Auftreten in den letzten Jahren, insbesondere deutscher Politiker. Die Schweiz hat möglicherweise – pardon – die Schnauze voll, seit Jahren dermassen herablassend und respektlos behandelt zu werden. Ein Land, das prozentual fast dreimal mehr Ausländer beherbergt als Deutschland muss sich das alles nicht anhören.

Gewiss: Der Bundesrat steht vor politischen und wohl auch diplomatischen Herkulesaufgaben. Dennoch kann und soll er souverän auftreten. Denn wir sind kein kleines Land von Querdenkern, sondern haben in den letzten Jahrzehnten und auch in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass wir wissen, wie Wachstum nachhaltig geschaffen wird, wie ein Fundament gepflegt wird und dass nur mit warmer Luft nichts erreicht wird. Das Schweizer Modell hat Zukunft. Auch heute.

Dumme Schwarz-Weiss-Malerei

Wer die Schweiz nun als ausländerfeindlich abstempelt und meint, dies sei ein Sieg der Rechtsradikalen, wenn Politiker und auch Journalisten glauben, sie könnten mit dummer Schwarz-Weiss-Malerei einmal mehr davon ablenken, dass die Schweiz eine Identität hat, die auch lebt, seit über 100 Jahren offen für Menschen aus anderen Ländern ist und das auch weiterhin bleiben wird, der hat nichts verstanden.

In der Rechtslehre gilt übrigens als souverän, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.

Kommentare

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klasse geschrieben - der Artikel ist Ihnen gut gelungen!

Wer bestimmt überhaupt über unser Vaterland? Ich bin vor 66 Jahren in diesem wunderbare Land zur Welt gekommen und habe 66 wunder bare Jahre erleben dürfen. Ich hatte Kontakt mit Menschen die im 19. Jahrhundert geboren sind und mit Verzicht und einfacher Lebensweise für dieses Land gearbeitet haben. Nun erlauben sich fremde machtsüchtige Menschen einfach in unser Wohnzimmer einzudrängen und uns vorzuschreiben was wir zu tun haben. Eine unglaubliche Geschichte die so einfach nicht sein darf.

wird zurückgeschossen!

Lieber Roland
Ich besuchte soeben einen Vorbereitungskurs für das Medizinstudium. Da waren alles aufgeweckte, sympathische, nette und arbeitsinteressierte Leute –ich und eine Kollegin waren die zwei einzigen Schweizer.
Denken Sie daran, wenn Sie für die nächste Untersuchung mal im Spital sind!

"Die Europäische Union im Allgemeinen und die nimmermüden deutschen Politiker im Besonderen schiessen sich nun erneut auf die Schweiz ein, drohen mit Massnahmen."

EIN Akteur EU mit EINER Meinung gegen UNS. "Deutsche Politiker" - Sie kennen keine Parteien mehr, nur noch Deutsche wie einst Willy II.

Was sollen Artikel, die nur noch die Höhle gegen alle da draussen stellen; sind Sie zufrieden mit der so inspirierten Diskussion, Herr Winiger?

Woher nehmen Sie ihre Inspiration, Herr Namensvetter und Frustierter des
demokratischen Abstimmungsresultates ?

Bezüglich Demokratie kann Deutschland von der Schweiz lernen.
Unsere Regierung möchte mehr Ausländer nach D-Land holen um den Demographiewandel abzufedern u.s.w..Alles blödes Geschwätz. Durch den Zuzug stehen untere und mittlere Lohngruppen unter Druck für noch weniger Geld zu arbeiten da die ausländische Konkurrenz bereit ist für noch weniger Geld zu arbeiten mit dem Resultat, das die Lohnstückkosten noch weiter gesenkt werden um wettbewerbsfähig zu sein ..the race to the bottom.. Verlieren wird auf Dauer das Volk in der EU. Unsere Kanzlerin meinte das die EU und D-Land sich dem Weltmarkt stellen muß und meinte "eigentlich", das wir uns den Löhnen in China angleichen sollen. Die Strukturen der Völker in der EU die in Jahrhunderten gewachsen sind sollen in Rekordzeit auf EU konforme Linie gebracht werden; ohne die Völker gefragt zu haben!
Wir brauchen in D-Land eine Regelung; Kanada macht es diesbezüglich ja vor und wird nicht in der Presse zerissen.

Da Lobe ich mir die Schweiz mit ihrer - wahren - Demokratie.

Die grosse Mehrheit der Schweizer seien scheints parteilos.
Wenn nun die parteienfixierten und in ihre Ideologien und ineinander verbissenen Entertainer in unserer Politlandschaft diesen wichtigen Umstand in ihre abgehobenen, privilegierten Welten mit einbeziehen würden, hätten sie vielleicht ein paar Schocks weniger bei wichtigen
Abstimmungen zu verkraften oder andererseits mehr Respekt vor einem nicht immer verplanbaren Volk!

EU-Weiterdenker? gehört die NEBS nicht auch zu denen?

Das Lamentieren über die "Sünneli-Partei" macht die neuen "EU-Weiter- denker" verdächtig. Wieso nicht für's Erste Respekt vor dem jetzt durch die genannte Partei erreichte ? Dieser Erfolg wäre keiner anderen Gruppierung geglückt. Auf der andern Seite: Klar darf Weitergedacht werden.

Obwohl ich kontingente nicht besonders mag. Es würde wahrscheinlich genügen,wenn unsere behörden die geltenden gesetze richtig anwenden und auch publik machen würden.

unterwegs, wie damals bei den Nazis, scheint mir!

Das kommt von das, wenn ein Wirtschafts-Thema emotionalisiert und nationalisiert wird.
Das schwappt dann auch ganz schnell in die Nachbarländer über. Da sollen dann auch gleich die Franzosen aus Algerien wieder "Heim" oder die britischen Inder, ja sogar die Farbigen in den USA sollen gleich wieder "Heim" nach Afrika.
Nur gut, dass das nichts mit Rassismus zu tun hat, hä!
Neiiin, damit hat das alles nichts zu tun!

Richtig, das hat nur mit der Wirtschaft zu tun und das Volk ist "Mitesser" und trägt dafür die grössten Lasten.
Das war immer schon so, das wird auch so bleiben, weil das Volk es so will. Die breite Bevölkerung wählt den, der ihm den meissten Speck verspricht.

Auch diesmal ist das Volk den Verlockungen erlegen, jetzt "grössere Stücke vom Kuchen" erbeuten zu können. Leider hat diesmal nicht die Wirtschaft etwas versprochen sondern solche Volkspatrioten, die ihre Schäfchen über Machtzuwachs ins trockene bringen oder schon gebracht haben.
Auch wenn die Wahl-Konsequenz ihren Zujublern schon in den Hinter beisst, wird noch feste der "freie Wille" und die eigene Souveränität gefeiert. Und wenn es dann richtig weh tut, dann lässt man sich wieder von den gleichen Parolenschreiern mit dickem Finger die Schuldigen zeigen (die sitzen immer im Ausland).

Diese Geschichte kenne ich schon ...

Wetten der Herr "Lautsprecher" von 10.59 kommt aus dem ehemaligen Land der Dichter und Denker - was es längst nicht mehr ist - sowenig wie die Schweiz längst kein Volk der Hirten mehr ist. Der verwechselt tatsächlich Einigendes. Wir kennen die Geschichte auch. Einiger Kreis(e)
zum Trotz !

da was. Wir gehören nicht zu dieser Republik wo die Nazis mal waren und sich das arme Volk auf allen TV-Kanälen rauf und runter Jahr für Jahr immer dieselben Kriegsfilmdokumentationen "aus der Zeit" ansehen darf und endlose Doku's über Adolf die Bestie.
Wieso lässt man sich das eigentlich gefallen?
Die Generationen die mit dem Holocaust etwas zu tun hatten sind fast alle gestorben und die aktuellen Generationen waren damals entweder noch klein oder noch nicht mal angedacht! Und sie alle lassen sich permanent Schuldgefühle aufdrucken für etwas wofür sie nichts können- was sie nicht verbrochen haben.
Raffinierte Methode ein Volk klein zu halten!
Auch Sie beginnen Ihren Kommentar gleich mit der Rassismuskeule.
Die Schweizer beweisen seit ewigen Zeiten das sie keine Rassisten sind, da hätten in Europa noch einige etwas nachzuholen.
Hierzulande reicht es nicht mehr jemanden des Rassismus zu bezichtigen, um ihn zum schweigen zu bringen.

"die Schweiz" hat hier eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen, gegen mehr Wachstum, gegen mehr Wohlstand, für mehr Nachhaltigkeit, für mehr Regionalität und nationaler Zufriedenheit?

Sie haben Recht, die deutschen Methoden haben etwas mit Kleinhalten zu tun. Damit sind die Chancen gezielt aufzuklären gegen Vorurteile und Rassismus eben auch nur noch klein. Das scheint mir auch so gewollt zu sein, von wem auch immer.

Aber auch in der Schweiz werden solche Methoden eingesetzt, um die Wähler in eine bestimmte Richtung zu drängen.

Das ist hier passiert.
Das passiert aber auch in der EU, wenn dort gewählt werden würde.

haben sich seit zwanzig Jahren von Eu-Turbos mit grossartigen Visionen, haltlosen Spekulationen und Versprechungen in eine einzige Richtung drängen lassen.
Jetzt haben sie herausgefunden das sie schon viel zu viel Zeit mit einem scheiternden Experiment vergeudet haben und das es ihnen damit immer schlechter geht - von wegen mehr Wohlstand, mehr Nachhaltigkeit und gar für mehr nationale Zufriedenheit oder so.
Mehr Wohlstand für immer die Gleichen und mehr Abstand für immer die Anderen. Nivellierung nach unten für die Masse, während die upper class geradezu unverhältnismässig zulegt.
Man kann vom Blocher halten was man will - egal! - aber er redet über die REALITÄT in unserem Land, Ganz im Gegensatz zu den näselnden Eliten die ihre Verachtung für ihre Wähler allenthalben leicht verblümt zum Ausdruck bringen. Vor allem dann, wenn sie wieder mal gedacht haben, sie hätten "das Pack", ihr Nutzvieh, mit leeren, haltlosen Visionen, negieren der zunehmend sich verschlechternden Lage der Nation und kreativem Schönreden von aufgedeckten Misständen im gelobten EU-Land und in der CH exakt auf EU-Linie getrimmt - und dann springt der Joker aus der Box und sagt Ja zu einer SVP Initiative!
Schande, Scham und Verzweiflung!
Das hätte unsere arrogante Politschickeria nicht erleben müssen, wenn sie uns, wie sie es einst geschworen haben, ehrlich, anständig und respektvoll begegnen und ihren Job verfassungsgemäss erledigen würde.
Aber die von uns finanzierten Lieben und Edlen zogen es bisher vor, uns nach und nach über den Tisch Richtung EU ziehen zu wollen, obwohl wir das eindeutig nicht wollen - und jetzt ist halt erst mal fertig damit.
Wir das Volk, das den Laden Schweiz finanziert, haben "Stopp" gesagt. Das ist unser gutes Recht und wir werden es bei der Abstimmung zur Ecopop Initiative vielleicht wieder tun.
Gewöhnt euch dran Leute.

Ich beneide die Schweiz und die Schweizer um ihre Souveränität im Umgang mit der Meinung ihrer Bevölkerung und wünschte mir dies auch in Deutschland. Die Entscheidung der Schweizer hat nichts mit Rechtsradikal oder Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit dem Schutz der legitimen Interessen dieses Landes.
Solange wie aber in Deutschland die Schäubles, die Gabriels, die Roths und wie sie alle heißen, dem Deutschen Volk ihren fanatischen EU-Glauben aufdrücken, wird es aber nicht zu einer freien Meinungsäußerung in Form einer Volksabstimmung kommen! Angst vor dem eigenen Volk???

Wieso kämpfen Sie nicht darum und demonstrieren? Es gibt Tausende die gleich denken und die CSU hatte während den Wahlen mal sowas in die Rude geschmissen, bis es Mutti abblockte.
Ich finde die direkte Demokratie wäre einen Kampf wert. Leider kann ich Ihrem Land das nicht abnehmen.

Reisst euch zusammen und tut was! In Spanien, Portugal, Frankreich und Italien sind die Leute auf der Strasse weil es ihnen reicht wie die Bauern auf dem Schachbrett der Eliten herumgeschoben und nach belieben umgekippt zu werden. Wenn ihr in wirklichen Demokratien leben wollt müsst ihr was dafür tun.
Als erstes müsstet ihr verinnerlichen, dass ihr die zitierten Schäubles, Gabriels, die Roths etc. und das überbezahlte Pack in Brüssel nicht braucht!
Ihr könnt ohne die. Die sind allesamt austauschbar - oder noch nicht mal das!
Die ganze Wahrheit ist: DIESE LEUTE BRAUCHEN EUCH!
OHNE EUCH HABEN DIE KEINEN JOB UND BEKOMMEN KEIN GELD UND KEINE MACHT, SIE SIND SCHLICHT NICHT VORHANDEN.
Ihr seid die Spitze der Pyramide, sie sind bloss eure Angestellten.

Ich hoffe sie sind jetzt nicht erschrocken, aber ich habe hier nur die Wahrheit gesagt: Politiker sind Diener, Angestellte des Volkes und müssen von diesem gewählt sein.
Diesen Urzustand der staatlichen Hierarchie muss man einfach wiederherstellen - anstatt sich von Politikern und sogenannten Beamten terrorisieren zu lassen die alle schon längst an der Leine der Finanzwirtschaft laufen.

Ein wohltuender Artikel, danke.
Ich kann Ihnen versichern, dass die Schweizer Entscheidung - die Schweiz generell - in der deutschen Bevölkerung hohes Ansehen geniesst. Leider hat sich die deutsche Führung bei wesentlichen Themen von den deutschen Bürgern entfernt hat

Die Schweizer werden nun, vor allem im Ausland, der Fremdenfeindlichkeit, gar des Rassismus bezichtigt. Wenn ein Land einen Ausländeranteil von 23 % zulässt, kann es nicht wegen Fremdenfeindlichkeit verurteilt werden.
Bei dieser Abstimmung geht es eigentlich gar nicht in erster Linie um Ausländer, sondern um das Ausmass des Bevölkerungswachstums. Auch 10 Mio. Schweizer sind 3 - 4 Mio. zu viel! Auch bei 10 Mio. Schweizern gäbe es horrente Infrastrukturkosten, Verkehrsstaus, volle Züge, teure Mieten und Immobilien. Und da eben die Ausländer das Bevölkerungswachstum verursachen, ist halt hier die Lösung zu suchen. So einfach ist das.
Und noch etwas: Kein Land der Welt kennt die volle Personenfreizügigkeit für Ausländer. Sogar Kanada, ein flächenmässig riesiges Land, kontrolliert die Einwanderung. Nur innerhalb der bürokratischen EU gilt die Freizügigkeit. Die Bürokraten in Brüssel vergessen aber, dass die Schweiz nicht Mitglied der EU ist - und auch nie sein wird.
Bei der angenommenen Initiative geht es nicht um die von den Gegnern behauptete Abschottung, sondern um kontrollierte Einwanderung. Nicht mehr "die Privatwirtschaft" (die natürlich profitiert) kontrolliert die Einwanderung, sondern die Politik, d.h. der Staat. Die negativen externen volkswirtschaftlichen Nachteile der Einwanderung hat nämlich die Bevölkerung und der Steuerzahler zu berappen.
Leider ist zu befürchen, dass die "classe politique" alles unternehmen wird, um die Initiative zu unterlaufen. Daher braucht es die ECOPOP-Initiative. Nur diese setzt der Einwanderung klare Grenzen.
Hans Thommen

Danke, Herr Thommen.

Mit der Abstimmung zur Ecopop Initiative muss noch einmal kräftig
bestätigt werden was dieses Wochenende an der Urne bestimmt worden ist.

Immer wieder erstaunlich, wie Fakten nach Belieben durcheinander gewirbelt werden. Ja, die Zuwanderung war in den letzten Jahren gross, ja, es stehen viele Baukräne rum, ja, viele Leute stören sich an vielen Dingen, die damit zusammenhängen. Und was ändert sich mit der Initiative nun daran? Nichts. Die Probleme, die immer wieder genannt wurden, haben nicht einfach nur mit Zuwanderung zu tun, sondern mit WACHSTUM im allgemeinen. Bei uns wird das Bevölkerungswachstum zur Zeit durch Immigration generiert, aber das ändert nichts daran, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem auf Wachstum ausgerichtet ist. Und daran will die Initiativ explizit nichts ändern - immer wurde ja betont, dass die Interessen der Wirtschaft nicht angetastet werden sollen. Die Initiative gaukelt vor, Probleme durch restriktivere Regeln für die Einwanderung zu lösen, welche zwar zur Zeit durch Einwanderung generiert werden, aber im Grunde in unserem Wirtschaftssystem begründet liegen. Dadurch werden diese Probleme nicht gelöst, sondern nur ihr Eintreten etwas hinausgezögert. Mehr nicht. Damit will ich nicht sagen dass ich gegen unser Wirtschaftssystem bin. Aber aus diesem ergeben sich nun mal die Probleme, welche von Befürwortern der Initiative am meisten genannt wurden. Wenn wir künftig in der Schweiz mehr Wachstum generieren (welches aufgrund der grossen Bedeutung des Dienstleistungssektors wohl nicht ohne Bevölkerungswachstum zu haben sein wird), und die dadurch entstehenden Probleme auch ohne starke Zuwanderung auftreten, wem wird dann als nächstes der Schwarze Peter zugeschoben? Wer wird das nächste Opfer der SVP-Hasspropaganda, wenn sie wieder einen Schuldigen braucht, weil sie ja über keine echten Lösungen verfügt?
Detail am Rande: Die SVP will weniger Zuwanderung, ist aber nicht bereit, in die Bildung zu investieren, damit weniger Fachkräfte im Ausland rekrutiert werden müssen. Auch das Reklamieren über überfüllte ÖVs passt irgendwie schlecht zum ständigen Ablehnen von Ausbauvorhaben der ÖV, nicht?

Die ganze Eu befindet sich im Umbruch. Das Experiment ist gescheitert und krückt sich qualvoll auf dem Rücken der EU-Bürger zu Tode!
Es wird aus allen Rohren mit kriminellen Falschaussagen geschossen um die Leute bei der Stange zu halten. Der beste Beweis dafür, dass die Eliten keinen Draht mehr zum realen Leben der Bürger mehr haben.
Die von uns angenommene Initiative hat wohl Mängel und unsere Führungsriege wird versuchen sie nach allen Regeln der Kunst zu unterlaufen. Die Argumente ziehen allerdings nicht mehr. Auch nicht das bisher gängigste: Alles was von der SVP kommt ist schlecht!
Wer das in den Vordergrund stellt hat schon verloren, weil es in diesem Fall zumindest, völlig egal ist von wem die Initiative lanciert wurde. Sie hat den akut wunden Punkt getroffen, deshalb wurde sie (obwohl von der SVP kommend) angenommen. Sie hätte allerdings sicher noch mehr Zustimmung gefunden, wenn sie nicht über die SVP gelaufen wäre, aber Fakt ist, die Wahlbeteiligung war selten so hoch und obwohl knapp, hat sie gesiegt.

Das Argument SVP = Negativ ist bei der in rund einem Jahr folgenden Abstimmung zur Ecopop Initiative nicht möglich, die Anliegen dieser Initiative sind auch andere. Das geht es konkret um das Land und die Lebensqualität in der Schweiz. Womit will man diese Initiative dann schlecht reden und schreiben?
Man soll akzeptieren, dass es jetzt ans Eingemachte geht. Die alten Parolen zugunsten Wirtschaftswachstum um jeden Preis, die sich immer zum Nachteil der Bevölkerung auswirken, die alten Parolen gegen die nicht existente "Abschottung" und "Fremdenfeindlichkeit" unseres Landes sind entlarvt worden als pure Machtpolitik der Parteien gegen die Interessen des Schweizer Volkes, bei der sich neuerdings die "Arbeiterpartei" SP zusammen mit FDP, CVP, BDP,GLP ins Bett legt und hochoffiziell gegen ihre eigene Klientel arbeitet, nur weil sie sich von unkontrollierter Zuwanderung mehr Macht für ihre Gewerkschaftsfunktionäre verspricht.
Warum soll man solche Leute noch für kompetent und befugt halten die Interessen der Stimm- und Wahlbevölkerung zu vertreten?
Politik lebt von Korruption und Manipulation, sie lebt vom Volk und betrügt das Volk. Genauso wie die Wirtschaft! Zusammen beissen sie die vielen Hände die sie füttern und erwarten wider besseres Wissen dass das für sie gut ausgeht.

Danke für dieses klare Votum. Ecopop wird nochmals Spreu vom Weizen trennen. Nachher trinken wir zusammen ein Weizenbier, hoffe ich.

Gern und danke für die Einladung!

Da ist schon einiges mehr an Substanz in diesem Artikel verglichen mit dem von D. Woker.
Sehr gut geschrieben. Anfügen könnte man vielleicht noch, dass der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund - mit und ohne CH-Pass - etwa 34% beträgt.

Der Souverän: 100 Punkte. Max Winiger's Kommentar: 100 Punkte. Bravo, bravissimo, danke.

P.S.: Vorschlag für das Unworts 2014 für informierte Mitdenker: abschotten,
die Abschottung

Wer die Schweiz mit dem Zug bereist, braucht nur die Baukräne zu zählen, um das Abstimmungsresultat zu begreifen.

Mich würde eine korrekte und umfassende Aufzählung der Leistungen interessieren, welche die Schweizer/innen zugunsten der EU geleistet haben. Und wie sieht dieses Resultat im Vergleich zu den umliegenden Ländern aus (proportional zu den Steuerzahler/innen).
Das würde ich gerne demnächst hier lesen!

Herr Winiger, danke für Ihre Zusammenfassung.
Nur in einem Punkt bin ich nicht ganz einig. Die Südländer hatten zwar schon lange ihre eigenen Probleme, das stimmt. Aber durch den Euro verloren diese Länder die Kontrolle über Steuerungsmechanismen.
Zudem wurde die EU in einen Währungskrieg um die Vormachtstellung des Dollars gnadenlos von ausländischen Banken (Goldman Sachs zusammen mit US-Ratingagenturen) ausgespielt. Die Problemländer wurden komplett falsch von der EU behandelt. Man setzte auf Einsparung und Enteignung, anstatt dass man die Wirtschaft nachhaltig ankurbelte.
Wer genau aufpasste, musste feststellen, dass die EU noch kein einziges Problem richtig lösen könnte. Die Länder treiben immer noch vor sich hin in ihren Schulden. Und die EU nimmt sogar neue Länder auf, die von Anfang an schlecht da stehen. Ich weiss nicht, was diese Typen in Brüssel überlegen. Da Griechenland über 7 Prozent Zinsen bezahlen muss, wird dieses Land jedes Jahr von Neuem Milliarden Kredite benötigen.
Die EU wird deshalb auf die eine oder andere Art untergehen, wenn sie nicht sehr schnell eine Lösung findet. Das hat jetzt auf den ersten Blick nichts mit der Abstimmung zu tun, aber durch die ungelösten Probleme ist es absehbar, dass immer mehr Ausländer hier ihre neue Heimat suchen. Von dem her war der Entscheid des Volkes richtig.
Natürlich wird die EU uns nun das Leben schwer machen. Na und? Geht es uns halt etwas schlechter. Wir können den Reichtum sowieso nicht ins Grab nehmen.
Die EU soll erst mal zusehen, dass sie nicht in einen Bürgerkrieg schlittern. Die Stimmung ist in den EU-Ländern geladen. Der Ruf der EU ist so tief wie nie zuvor. Wenn ich die Zahlen von Italien und Frankreich ansehe, habe ich da ein verdammt mulmiges Gefühl.

Was für ein kurzsichtiger Kommentar! Jedes Handeln hat Folgen, auch die eines Souveräns. Darum ging es ja gerade bei dieser Abstimmung: Man kann in einer vernetzten Welt nicht etwas für sich alleine regeln wollen und dann konsterniert sein, weil die Partner dies nicht toll finden. Und dann schreien: Die drohen uns! Wer A sagt muss eben auch B ertragen können, alles andere ist unsouverän.

Sehr gute Analyse; nicht geschwätzig, sondern faktenorientiert - in der Tat nun „journalistischer Mehrwert“. Und implizit lautet die Kernbotschaft des Autors doch auch )und das gilt nicht nur für Wein, Zigarren und Essen etc., sondern eben auch für „Zuwanderung“): es ist alles eine Frage der Qualität, und vor allem des Masses.

Eine etwas oberflächliche Analyse, Herr Winiger.
Man müsste nur schon drauf hinweisen, dass die Schweiz eine viel restriktivere Einbürgerungspolitik kennt als fast alle EU-Länder - deshalb ist bei uns der Anteil von Nicht-Schweiz so viel grösser als etwa in D, F, GB. Auch D und GB hatten viel Zuwanderung, sie wird aber aufgrund vereinfacher Einbürgerung weniger stark in Ausländeranteilen sichtbar.

Zudem: wenn von unseren 23.3% Ausländern auch nur die Hälfte ausreisen würde, wie genau stellen Sie sich die Zukunft der CH-Wirtschaft vor?
Klar, einen verzweifelten arbeitslosen spanischen Bauarbeiter können Sie vielleicht auch mit Saisonnier-Statut und ohne Familiennachzug in die Schweiz locken. Aber meinen Sie, der englische BWLer oder der deutsche Ingenieur kommen dann ohne Familie und mit unsicherer Kurzaufenthaltsbewilligung à la SVP-Vorschlag in die Schweiz? Viel Spass beim Fachkräfte suchen, die Industrie wird sich freuen...

Danke für Ihren Kommentar, Herr Bimmler. Auch dazu ein paar Fakten: 12 Jahre Wohnsitz in der Schweiz, in Deutschland 8 Jahre, in Italien und Spanien 10 Jahre: das sind die Voraussetzungen für eine Einbürgerung in diesen Ländern. So viel restriktiver ist das nicht. Schon acht Jahre sind eine lange Zeit, finde ich. In England sind's tatsächlich nur 5 Jahre. Nur würde ich da gerne mal den "Life in the UK Test" auf die Schweiz adaptieren. Den muss bestehen, wer eingebürgert werden will. Hier der Link zu den Fragen: http://www.theuktest.com/life-in-the-uk-test/1

Und wie die Initiative ja nun konkret umgesetzt werden soll, weiss nicht einmal die SVP selber. Bleiben wir einfach souverän.

Wenn wir gerade bei Fakten sind - es ist ja nicht so, als ob die Schweiz solche Tests nicht kennen würde. Beispiel:
http://www.einbuergerungstest-aargau.ch/

Hier auch noch ein paar andere Zahlen zu Ländern:
"In Frankreich, Grossbritannien, der Niederlande, Schweden, Polen, Bulgarien und der Slowakei muss man vor einem Einbürgerungsantrag nur fünf Jahre rechtmässig gelebt haben."
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Erschwerte-Einbuergerung-al...

Und NB: Die Gemeinden können zu den "eidgenössischen" 12 Jahren noch Zusatzjahre draufschlagen, wie etwa Dübendorf: 15 Jahre, gemäss obigem TA-Artikel "Europarekord".

Ich vermute, wir waren beide noch nie an einem Einbürgerungsgespräch - wie ich aber von eingebürgerten Bekannten gehört habe, stellen die (Gemeinderats-)Kommissionen da je nach Gemeinde Fragen, die mit ihrem Detailgrad den "Life in the UK Test" alt aussehen lassen würden - und auf diese ad-hoc-Fragen kann man sich weniger gut vorbereiten als auf einen national standardisierten Test.

Souveränität ist immer so ein schönes Schlagwort. Aber wenn wir dann mal die Exporthindernisse nach Europa haben, senden wir unsere Produkte einfach am nächsten Tag nach Japan, gell? Der Schweizer Markt ist für EU-Unternehmen letztendlich weniger wichtig als umgekehrt, das muss man einfach mal zur Kenntnis nehmen.

Ein Tip für Herr Bimmler: Verändern Sie in ihrem Denken Souveränität so,
dass es eben kein Schlagwort mehr ist (von wegen "immer"). Oder gilt für Sie Souveränität resp. souverän per se als suspekt ? Dann allerdings ist Ihnen nicht zu helfen, weil Sie ja eh bei ihrer alten Wahrheit bleiben wollen.

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