Sanders? Biden? Bloomberg?

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Sanders? Biden? Bloomberg?

Von Journal21, aktualisiert - 03.03.2020

Der selbsternannte „demokratische Sozialist“ geht laut Umfragen als Favorit in den Super Tuesday. Erste Ergebnisse werden Mittwoch gegen 02.00 Uhr Schweizer Zeit bekannt.

Über ein Drittel der Delegiertenstimmen werden am Super Tuesday bestimmt. Vorwahlen (Primaries) finden in 14 amerikanischen Bundesstaaten statt, unter anderem in Kalifornien, Texas, North Carolina und Virginia. In Amerikanisch Samoa findet ein Caucus statt.

Laut Meinungsumfragen ist der 78-jährige „Sozialist“ Bernie Sanders klarer Favorit in den bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien und Texas. Sanders hatte beim chaotischen Caucus in Iowa gut abgeschnitten (gleichauf mit Pete Buttigieg). Bei den Primaries in New Hampshire ging Sanders knapp als Erster aus der Wahl, und beim Caucus in Nevada schnitt er als überragender Sieger ab.

Unterstützung für Biden

Der frühere Vizepräsident Joe Biden (77), dessen Wahlkampf lange Zeit schwächelte, erlebte am vergangenen Samstag bei den Vorwahlen in South Carolina eine Wiederauferstehung. Wie ein Phoenix aus der Asche kam er auf fast die Hälfte der Stimmen.

Neue Energie? Joe Biden am Montag in Dallas (Foto: Keystone/AP/Richard W. Rodriguez)
Neue Energie? Joe Biden am Montag in Dallas (Foto: Keystone/AP/Richard W. Rodriguez)

Inzwischen haben sich die demokratischen Kandidaten Pete Buttigieg und Amy Klobuchar aus dem Rennen zurückgezogen. Beide riefen die Bevölkerung auf, für Biden zu stimmen. Zuvor schon hatte der gemässigte Tom Steyer das Handtuch geworfen. Wie sich das jetzt auf die Ergebnisse des Super Tuesday auswirkt, muss sich zeigen.

Teurer Wahkampf

Unklar ist auch, wie der Milliardär Mike Bloomberg die Wahlen beeinflussen wird. Er hatte sich bisher nicht an den Vorwahlen beteiligt und wollte sich auf den Super Tuesday konzentrieren.

Bloomberg, der frühere Bürgermeister von New York und Gründer der Finanz- und Wirtschaftsagentur Bloomberg hat laut Schätzungen fast eine halbe Milliarde Dollar für seinen Wahlkampf ausgegeben. Das sind etwa acht Mal mehr als Biden und vier Mal mehr als Sanders.

Anzahl der Delegiertenstimmen die am Super Tuesday in den 14 Staaten vergeben werden

* Kalifornien (415)
* Texas (228)
* North Carolina (110)
* Virginia (99)
* Massachusetts (91)
* Minnesota (75)
* Colorado (67)
* Tennessee (64)
* Alabama (52)
* Oklahoma (37)
* Arkansas (31)
* Utah (29)
* Maine (24)
* Vermont (16)

Kalifornien

Laut letzten Meinungsumfragen wird Bernie Sanders Kalifornien klar gewinnen. Gemäss „Real Clear Politics“ kommt Sanders in Kalifornien auf 33 Prozent der Stimmen, Biden auf 18,3 Prozent, Elizabeth Warren auf 16 Prozent und Mike Bloomberg auf 13 Prozent.

Für die jetzt ausgeschiedenen Pete Buttigieg hätten in Kalifornien 8 Prozent und für Amy Klobuchar 5 Prozent gestimmt. Selbst wenn, rein rechnerisch, alle Anhängerinnen und Anhänger von Buttigieg und Klobuchar jetzt für Biden stimmen, bleibt Sanders in Kalifornien der klare Favorit. Biden hat allerdings in den letzten Stunden an Zustimmung gewonnen und Sanders leicht verloren.

Texas

Auch bei den demokratischen Vorwahlen in Texas liegt Sanders vorn – allerdings weniger deutlich als in Kalifornien. Laut Real Clear Politics käme Sanders in Texas auf 30,5 Prozent der Stimmen, Biden auf 26,0 Prozent, Warren auf 15,5 Prozent und Bloomberg auf 14,5 Prozent.

Das Institut Real Clear Politics sammelt zahlreiche Meinungsumfragen und ermittelt Durchschnittswerte.

North Carolina

Neue Umfragen gibt es auch aus North Carolina. Auch dort liegt Sanders vorn. Er käme laut Real Clear Politics auf 28 Prozent, Bloomberg auf 20 Prozent und Biden auf 14 Prozent.

Massachusetts

Auch in Massachusetts liegt Sanders knapp vor Warren (sie ist Senatorin in Massachusetts), Bloomberg und Biden.

Virginia

In Virginia dominiert gemäss Umfragen Biden vor Sanders und Bloomberg.

Entscheid im Juli

Vom 13. bis 16. Juli findet in Milwaukee der demokratische Nominierungsparteitag (Democratic National Convention) statt. Um als demokratischer Kandidat nominiert zu werden, braucht ein Bewerber oder eine Bewerberin die Mehrheit der 3’979 gewählten Delegierten (pledged delegates). Am Super Tuesday werden 1’338 Delegierte bestimmt.

Auch die Republikaner führen Vorwahlen durch. Da Präsident Trump als gesetzt gilt, erwecken sie keine Aufmerksamkeit.

Am 3. November finden die Präsidentschaftswahlen statt.

Amerikanische Gerontokratie

Bernie Sanders ist 78 Jahre alt, Mike Bloomberg ebenso 78, Joe Biden 77, Donald Trump 73 und Elizabeth Warren 70.

(J21)

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